Geschichte

Die traditionelle Vergangenheit des Hofgut Sternen:

Das Hofgut Sternen - früher als "Wirtshaus unter der Steig" bezeichnet, ist eng mit der Erschließung des Höllentales als Weg zum Schwarzwald verbunden. Die seit 1148 bestehende St. Oswald-Kapelle läßt bereits zur damaligen Zeit einen alten Weg quer durch das Höllental vermuten.

Über Jahrhunderte war dies sicher nicht mehr als ein Saumpfad oder Karrenweg, der sehr gefährlich war. Im Jahre 1734 versuchte die Stadt Freiburg bei der vorderösterreichischen Regierung eine Verbesserung des Höllentalweges zu erreichen. Erst 1753 wurde die Herrichtung der "Falkensteige", so nannte man damals das Höllental "zu einem guten und wanderbaren Güter- und Postweg" beschlossen. In den Jahren 1754 bis 1755 wurden die Arbeiten ausgeführt.

Im Mai 1770 schlug die große Stunde des "Hofgut Sternen". Marie-Antoinette, Tochter der Kaiserin Maria Theresia, war auf dem Weg nach Paris, um den französischen König Ludwig XVI zu heiraten. Der Brautzug, bestehend aus 21 Prachtkarossen, 36 Wagen und 450 Pferden machte Halt am alten Gasthaus und bot in dieser Kulisse sicher ein herrliches Schauspiel barocker Prachtentfaltung.

Weitere "Stern-Stunden" folgten, in denen es unter anderem auch den deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe gleich zweimal ins Höllental zog. Überhaupt bewirtete das Gasthaus "Hofgut Sternen" durch die überragende Rolle im damaligen internationalen Reiseverkehr viele Gäste; unter ihnen auch so berühmte Namen wie den späteren französischen Kaiser Napoleon III, oder den englischen Schriftsteller Anthony Trollope.

Seit Daimler und Benz ihre "Benzinkutschen" in Fahrt gebracht haben sind die Entfernungen geschrumpft und die gefährlichen Steigungen im Höllental haben ihren Schrecken verloren. Von der beschaulichen Art des Reisens in der Biedermeierzeit ist auf unserern Straßen allerdings nicht viel übrig geblieben. Damals hatte der Postkutscher auf die Frage nach der Fahrzeit gemeint: "Wenn nichts reißt und bricht, können wir wohl in zwei Stunden da sein, außer der Herr wünsche, unterwegs einige Male einzukehren".

 

St. Oswald Kapelle

Die Geschichte der St. Oswald Kapelle